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DIADEMUS - Festival Roggenburg 2020

15.07.2020 Zwei der größten Komponisten aller Zeiten haben eine Verabredung.

1. DIADEMUS 2020

Der eine wird wie ein Popstar umjubelt, führt ein opulentes Leben in Londons Upper Class und verdient eine Menge Geld mit seiner Musik. Der andere verscherzt es sich
regelmäßig mit seinen Arbeitgebern, hat Mühe Fuß zu fassen, gilt als Denker und Kirchenkompo-nist und dennoch als das größte Genie. Zwei unterschiedliche
Charaktere also, die Herren Händel und Bach. Doch was die beiden kompositorisch aufs Papier zaubern, bleibt bis heute unangefochten. Und so hätte
es ein Ereignis für die Geschichtsbücher werden können im Juni 1729. Doch zu dem Aufeinandertreffen kommt es nie. Wir finden das ist Grund genug, den
Barock-Giganten ein Podium zu bieten. Erleben Sie die Musik von Händel und Bach im Eröffnungskonzert, entdecken Sie Gemeinsamkeiten, finden Sie
Unterschiede und lassen Sie sich begeistern. Vielleicht wird ja mehr als eine Affäre daraus.

Musik und Performance an der Schnittstelle zwischen Komposition und Improvisation präsentiert Ihnen Nachtaktiv. Bei dem Tastenkünstler Jermaine
Sprosse sind die Grenzen fließend. Wenn er mit seinem ansteckenden Enthusiasmus auf atembe-raubende Weise Reprisen fantasievoll dekoriert, ist das
lebendige Aufführungspraxis ins Hier und Jetzt gerückt. Und das Publikum wird dabei mitunter selbst zum Teil der Aufführung. Dann nämlich, wenn es dem
Musiker Aufgaben stellt, wenn es Thema, Stimmung, Ton- oder gar Taktart bestimmt. Stellen Sie Jermaine Sprosse auf die Probe und fordern ihn heraus. Und
ganz nebenbei werden Sie ein selten gehörtes Instrument kennenlernen, das Fortepiano - den Vorgänger unseres modernen Klaviers.

London erwacht. Und das alles nur wegen einer Oper. Welch glanzvoller Abschluss des Festivals: DIADEMUS begibt sich gemeinsam mit der lautten
compagney BERLIN ins Opernrepertoire, dem komponiert musikalischem Drama. Und erneut steht Händel auf dem Programm. Humor-voll zeichnet die
lautten compagney das Porträt der Stadt London zu Zeiten, in denen Opernliebhaber für ihre Leidenschaft alles taten. Dass dabei mitunter auch die
leicht anzügliche Szenerie hinter der Kulisse beleuchtet wird, verspricht ein Programm mit bester Unterhaltung.

Das Festivalprogramm 2020

Eröffnungskonzert

So 23.08.2020 | 16 Uhr | Prälatenhof – Open Air
(bei schlechtem Wetter Refektorium)

Affäre unterm Apfelbaum

Mit Bach und Händel

Catalina Bertucci, Sopran
Benno Schachtner, Countertenor
DIADEMUS concertisten

Eine Sopranistin und ein Countertenor singen gemeinsam im Duett. Erst einmal nichts Ungewöhnliches. Die Künstler nennen ihr Programm Affäre unterm Apfelbaum. Das macht schon neugierig. Und wenn es sich bei den Sängern um das mehrfach preisgekrönte Musikerehepaar Catalina Bertucci und Benno Schachtner handelt, die von den DIADEMUS concertisten begleitet werden, dann
verspricht das ein Konzert der besonders prickelnden Art mit vielen Gänsehaut-Momenten.

Mit Benno Schachtner und Catalina Bertucci, die beide auf den großen Opernbühnen dieser Welt begeistern, sind zwei Weltstars bei DIADEMUS zu Gast, die bereits während so mancher Festivalsaison für stehende Ovationen und Jubel-rufe gesorgt haben. Dass bei-de fest in der Region verwurzelt sind, verspricht ein Rendezvous auf Augenhöhe.

Kontakt Nachtaktiv 

Fr 28.08.2020 | 19 Uhr | Bibliothek

An die Tasten. Fertig. Los.

Ein Improvisationskünstler am Fortepiano extempore

Jermaine Sprosse, Fortepiano

Die Praxis der Improvisation von Claviermusik im Stil des späten 18. Jahrhunderts wird in diesem extravaganten Nachtaktiv Konzert Werken der Bach Söhne mit Stücken des Komponisten F.W. Rust gegenübergestellt.

Mit der Gattung Extempore, einer Art freier, dennoch stilgebundener Improvisation, wird ein wichtiges aufführungspraktisches Feld erkundet. Das Publikum wird direkt miteinbezogen, es kreiert in gewisser Weise das Stück selbst. So sollen jüngste Erlebnisse im Alltag, aber auch konkrete Anforderungen an den Improvisator wie äußere Form, Taktart, Tonart oder auch Zitate aus dem jeweiligen Zuhörer bekannten Stücken hierin verarbeitet werden. Wahrhaft extemporiert sozusagen. Also: An die Tasten. Fertig.Los.

Selten genug erklingen die Werke Rusts für solistisches Tasteninstrument. Dies ist umso verwunderlicher, stand er den Berichten seiner Zeitgenossen sowie führender Kritiker und Magazine in seiner Epoche Komponisten wie Joseph Haydn oder den Söhnen Bachs in Sachen Qualität und Originalität der Tastenmusik in nichts nach. Die atemberaubenden und hochdiffizilen Sonaten des Dessauer Musikdirektors Friedrich Wilhelm Rust haben C.P.E. Bach als Inspirationsquelle gedient, sind in ihrer ungestümen Schroffheit und virtuospianistischen Anlage jedoch höchst eigen und unangepasst. Rust geht in seiner frühen g-Moll-Sonate, die den abwechslungsreichen Konzertgenuss eröffnet, sogleich in Form eines heftigen, toccatenartigen Allegro brillante quasi auf den Hörer los. Der anschließende langsame Mittelsatzsatz Adagio sostenuto umhüllt und umschmeichelt das empfindsame Ohr, während das Finale in Form eines Rondos mit variierten Reprisen im Menuettcharakter rasch zwischen diversen Affekten changiert: keck, forsch, nachdenklich, eruptiv, hochdramatisch und schließlich in Form sanft fließender Arpeggien ausläuft.

J.C. Bachs frühe D-Dur-Sonate, deren erster Satz an eine frühklassische Orchestersymphonie erinnert und den jungen Mozart bereits erahnen lässt, wird nun zum Schauplatz der Vereinigung aus Vortrag einer fertigen Komposition und improvisiertem Eingriff in die Materie. Hier wird reichhaltig verziert und somit in den Wiederholungen neu ausgeleuchtet. Annäherungen - keinesfalls
fehlen darf dabei C.P.E. Bach, den man ohne weiteres als «Vater» der hier zu Gehör kommenden Komponistengeneration, wenn nicht gar als «Spiritus rector» bezeichnen darf. Insbesondere die in Bachs später Schaffensperiode in den Vordergrund rückende Gattung der freien Clavierfantasie ist bemerkenswert, denn hierin gelingt es Bach auf stupende Weise, rasche Affektwechsel, den freien Lauf der Gedanken sowie ein verinnerlichendes Nachsinnen dem oftmals hurtig zum Ausdruck Gebrachten unter ein formales Dach zu bringen, ohne dass je der Eindruck einer Imbalance entstünde. Dies alles zeigt die F-Dur-Fantasie Wq 59 innerhalb nur weniger Minuten.

Bekannt, allerdings selten im öffentlichen Konzertleben zu hören: Die Polonaisen W.F. Bachs. Die schlichte, klagende Polonaise in d-Moll mit ihren fein nuancierten chromatischen Rückungen lässt den Zuhörer einen Moment lang innehalten und verweilen.

Das Programm schließt mit einer ganz dem Sturm und Drang verpflichteten, späten Sonate Johann Christoph Friedrich Bachs, dessen Werke für solistisches Tasteninstrument heute noch weitestgehend unbekannt oder ungespielt sind.

Ein heiteres «Adieu» in Form eines Rondo nach Wünschen des Publikums, gibt der mehrfach ausgezeichnete Jermaine Sprosse dem DIADEMUS-Publikum mit auf den Weg.

Abschlusskonzert

So 30.08.2020 | 16 Uhr | Refektorium

Gefährliche Briefschaften

Ein Opernaufstand in Händels London und
die Kunst der Verführung
Mit Musik von Georg Friedrich Händel,
Johann Christoph Pepusch, Nicola Matteis u.a.

Susanne Ellen Kirchesch, Sopran
Florian Götz, Bariton
Babette Hesse, Buch
lautten compagney BERLIN
Wolfgang Katschner, Leitung & Konzept & Idee

„Und so erwachte ich am frühen Vormittag in einem Bordell ...
Was ich wohl noch angestellt habe in dieser Nacht,
das weiß Gott allein, wenn Du es nicht weißt, mein Freund.“

Was muss die Angebetete wohl fühlen, als sie von ihrem Liebhaber diesen Brief erhält? Dabei fängt alles so romantisch an. Eine zufällige Begegnung von Mylord und Mylady in einem angesagten Londoner Opernhaus führt zu einem Tête-à-Tête in Briefform. Ob Opernpleiten oder doppeldeutige Gassenhauer – anfänglich harmlose Plaudereien über den letzten Schrei in der Opernwelt
gipfeln in wilde Gerüchte aus Londons Upperclass und Unterwelt. Figuren der Beggar‘s Opera (Bettler Oper), der angesagtesten Oper schlechthin, haben
eine verblüffende Ähnlichkeit mit lebenden Personen der Londoner Gesellschaft. London erwacht. Und das alles nur wegen einer Oper. Voller Übermut stürzen sich die beiden in eine Leidenschaft, bei der man sich allzu leicht die Finger verbrennen kann...

In einem eigens für die lautten compagney entwickelten Briefroman liefert die Autorin Babette Hesse mit Gefährliche Briefschaften eine Steilvorlage. Humorvoll zeichnet sie das Porträt der Stadt London zu Zeiten Georg Friedrich Händels und des Theaterunternehmers John Rich (1692–1761) – Zeiten, in denen Opernliebhaber für ihre Leidenschaft alles taten, auch Aktien kauften; Zeiten, in denen zwielichtige Gestalten, Boshaftigkeiten, Intrigen und Korruption zur allgemeinen Tagespolitik gehörten ... eine Zeit, in der The Beggar's Opera Londoner Herzen im Sturm eroberte, die große Welt der Oper auf den Kopf stellte und zahllose nachfolgende Künstlergenerationen inspirierte.

Nach mehr als 25 gefeierten Abenden mit den Tagebüchern des Samuel Pepys, sind die Gefährlichen Briefschaften der 2. Abend der Berliner lautten compagney mit Musik aus dem England des 18. Jahrhunderts. Mit einer Kombination aus Schauspiel, Gesang und Musik spüren sie mittels jenes fiktiven Briefwechsels der Faszination nach, die "The Beggar's Opera" in Georg Friedrich Händels London ausübte, jener „Bettleroper“, die Brecht als Vorlage diente und ihn zum Geniestreich der "Dreigroschenoper" inspirierte. Dabei gelang der Autorin Babette Hesse der Geniestreich aus der
Übersetzungen der Songtexte und dem Kolorit dieser Ballad opera („Lieder- Oper“) entlang der „Bettleroper“ eine neue Geschichte zu erzählen.

Ermäßigungen

Ermäßigungen gelten für:
- Schüler und Studierende (bis 27 Jahre)
- Freiwilligendienstleistende
- Schwerbehinderte
Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

Vorverkaufsstellen

Konzerttickets können in diesem Jahr ausschließlich über unsere Website
bezogen werden: www.diademus.de,

Einlass

Der Einlass beginnt 45 Minuten vor Konzertbeginn.

Parkmöglichkeiten

Auf dem Klostergelände sind ausgeschilderte Parkmöglichkeiten vorhanden.

Der Förderverein Festival Roggenburg e.V.

Der Förderverein, 2015 gegründet, zählt mittlerweile bereits über 50 Mitglieder, welche die Basis für einen aktiven, modernen Verein bieten und somit eine
finanzielle sowie ideelle Stütze des Festivals sind. Der Förderverein ist kein elitärer Verein, sondern ein Zusammenschluss Musikbegeisterter Menschen.
Junge Leute kommen mit gleichgesinnten Älteren in Kontakt, Familien und Einzelpersonen bringen Ihre Wünsche und Ideen ein, Firmen und Kommunen profitieren von einer Mitgliedschaft. Der Verein und seine Mitglieder sind die Botschafter des Festivals und eine tragende Kraft in der Öffentlichkeit.

Corona Infos

Wir bemühen uns, Sie über die aktuellen Sicherheits- und Hygieneregeln in Bezug auf die Corona Schutzmaßnahmen auf unserer Website auf dem aktuellen Stand zu halten. Bitte informieren Sie sich an dieser Stelle zu ihrer eigenen Sicherheit und zum Schutz aller Festivalgäste über zu treffende Vorbereitungen und Maßnahmen bezüglich Ihres Konzertbesuchs im Rahmen des DIADEMUSFestivals.

Unerlässliche Reservation – Tickets Online

Die DIADEMUS Mitarbeiter sind strikt angehalten, die definierten Zuschauerkontingente einzuhalten und können keine Ausnahmen gestatten. Das bedeutet: Tickets gibt es ausschließlich in unserem Online-Ticket-Shop. Die Kartenanzahl ist aufgrund der strengen Vorgaben limitiert. Tickets werden nach Bestelleingang vergeben und versendet. Wir empfehlen daher eine rechtzeitige
Sicherung der Eintrittskarten.

Ihr Sitzplatz

Auf Ihrem Ticket finden Sie eine Zahl, diese weist Sie direkt zu dem für Sie reservierten Sitzplatz am Konzertort. In allen Zuschauerräumen des DIADEMUSFestivals
sitzen Sie mit ausreichend Abstand zu weiteren Konzertbesuchern. Das heißt: Vor Ihnen, hinter Ihnen, links und rechts von Ihnen bleibt ein Platz von
mindestens 1,5 m Abstand frei. Bei engen Kontakten mit COVID-19-Erkrankten kann es zu einer Quarantäne kommen. Wir erheben für das Contact-Tracing Ihre Kontaktdaten innerhalb unseres Online-Ticket-Shops. Die Daten werden nach dem gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum vernichtet.

Durchlüftete Räume

Im Rahmen unserer Möglichkeiten sorgen wir für eine natürliche Durchlüftung
der Konzertstätten. Die akustische Außenwelt ist daher Teil der Aufführungen.

Kategorien: Kultur und Heimatpflege