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Vielfalt neu gedacht – Dialogforum zum Zusammenspiel von Ländlicher Entwicklung und Integration

23.07.2019 Wie kann Vielfalt auf dem Land – hervorgerufen durch Zuwanderung unterschiedlichster Personengruppen – und damit einhergehenden Herausforderungen sinnvoll begegnet werden? Inwiefern können etablierte Instrumente der Ländlichen Entwicklung sinnvoll für Integrationsarbeit genutzt werden? Ansatzpunkte gibt es viele, weil beispielsweise das wichtige Thema der Innenentwicklung sich gut mit dem Wohnbedarf der Zugezogenen verbinden lässt.

Teilnehmer beim Dialogforum zum Zusammenspiel von Ländlicher Entwicklung und Integration
Teilnehmer beim Dialogforum zum Zusammenspiel von Ländlicher Entwicklung und Integration (Bild: Gerlinde Augustin / SDL Thierhaupten)

Diese Fragen diskutierten ca. 40 Teilnehmende aus den Bereichen Ländliche Entwicklung, Zivilgesellschaft, Bildung und Wirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen und Landkreisen im Rahmen eines Dialogforums am Dienstag 16.7. in der Schule der Dorf- und Landentwicklung (SDL) in Thierhaupten, Lkr. Augsburg.

Teilhabe braucht den Dialog

Die Veranstalter, SDL Thierhaupten und der Verband für Interkulturelle Arbeit e.V. VIA Bayern e.V., sowie das Vorbereitungsteam der MigraLAND Initiative, stießen mit der Veranstaltung einen Diskussionsprozess an. Der SDL geht es um echte Beteiligung und Dialog. Gemeinsamkeiten gäbe es genügend, wenn sich auch Herangehensweisen unterscheiden. Mitbestimmung und Selbstorganisation und der Wunsch nach vitalen ländlichen Räume sind unsere Schnittmengen, so SDL Geschäftsführerin Gerlinde Augustin und Jakob Ruster vom VIA Bayern.


Zu Beginn stellten Dr. Stefan Kordel und Tobias Weidinger vom Institut für Geographie der Universität Erlangen-Nürnberg in einem Impulsvortrag die Vielfalt der Zuwanderergruppen in ländlichen Räumen Bayerns dar. Neben Geflüchteten spielt die Arbeitsmigration eine noch größere Rolle. Sie betonten, dass Auswirkungen von Zuwanderung in vielen Bereichen, z.B. Wohnen, Arbeitsmarkt, Bildung oder Sozialleben, ländlichen Räumen Impulse geben können. Die Entscheidung zu bleiben oder weiterzuziehen hängt ganz entscheidend von strukturellen Merkmale und lokalen Infrastrukturen ab. „ Menschen brauchen die Möglichkeiten Bindungen aufzubauen, dann verorten sie sich auch“, erklärte so eine Referentin.

Überzeugend waren, die Good Practices aus der Integrationsarbeit und der Ländlichen Entwicklung, die gezeigt haben, dass es bereits erste kreative Ansätze gibt, den Herausforderungen von Vielfalt auf dem Land zu begegnen. Wichtig war den Referenten, die Erkenntnis, dass nicht nur Geflüchtete sondern auch Arbeitsemigranten Unterstützung brauchen.

Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen zunächst Themen und Handlungsfelder, die sich anbieten, um Ländliche Entwicklung und Integrationsarbeit klug zu verbinden. Thematisiert wurden die Bereiche Arbeitsmarkt, Wohnen, Bildung und Gesellschaftliche Teilhabe.

In der Abschlussdiskussion zeigte sich einerseits, dass diese Bereiche oftmals ineinandergreifen, andererseits jedoch etablierte Instrumente der Ländlichen Entwicklung bislang nur in Ansätzen bereichsübergreifend ansetzen. Chancen ergeben sich über räumlich Bezüge der Instrumente der ländlichen Entwicklung und durch Bewusstseinsbildung u.a. auch für soziale Themen.


Die Initiative MigraLAND setzt ihre Aktivitäten fort und wird in einem nächsten Schritt Vertreterinnen und Vertreter von Landesministerien einladen, um die Ergebnisse der Veranstaltung zu diskutieren und weiterzuentwickeln.

Gerlinde Augustin, Jakob Ruster.

Verband für interkulturelle Arbeit VIA Bayern e.V.

Schule für Dorf- und Landentwicklung Thierhaupten
Gerlinde Augustin, Geschäftsführerin
Schule der Dorf- und Landentwicklung e.V.
Tel. 0 82 71/ 41 441

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Kategorien: Kultur und Heimatpflege