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Vielversprechende Premiere: Bezirk Schwaben vergibt erstmals Musikförderpreis

29.10.2019 Hochkarätige Künstler aus Schwaben wurden im festlichen Rahmen in Kloster Irsee mit dem neu vom Bezirk Schwaben geschaffenen Musikförderpreis ausgezeichnet. Für stv. Bezirkstagspräsidenten Johann Fleschhut eine Herzensangelegenheit: „Wir haben in Schwaben zwar schon eine vielfältige und hochkarätige Musiklandschaft, aber es ist uns ein Anliegen, neben der Unterstützung von Konzerten und Veranstaltungen, direkter und persönlicher zu fördern.“

Im Bild von links: Jürgen Schwarz, Geschäftsführer des Bayerischen Musikrats, stellvertretender Bezirkstagspräsident Johann Fleschhut, Mitglieder des „ensemble cantissimo“, Nathalie Schmalhofer (4. von rechts), Johannes Kammler (3. von rechts), sowie Jurysprecher Karl Zepnik (rechts).
Die Preisträger des Musikförderpreises des Bezirks Schwaben. (Bild: Harald Langer)

Die Preisträger Nathalie Schmalhofer, Johannes Kammler und das „ensemble cantissimo“ sind nun die ersten Künstler, die den Musikförderpreis des Bezirks Schwaben erhalten. Aus 36 Bewerbungen wurden sie ausgewählt. „Positiv überrascht hat uns nicht nur die hohe Qualität, sondern auch die Bandbreite der Bewerbungen, die verschiedenste Musikgattungen und Darbietungsformen, vom Solisten bis zu Orchestern und Komponisten, umfasste“, so Karl Zepnik, Vorsitzender der Jury und künstlerischer Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. Im Auswahlgremium waren außerdem Bezirksrätin Petra Beer, Bezirksrat Herbert Pressl, der Schulleiter der Berufsfachschule für Musik Krumbach, Thomas Frank, und Prof. Eckhard Fischer, künstlerischer Leiter des Oberstdorfer Musiksommers.

Warum es sich lohnt den musikalischen Nachwuchs in Schwaben zu fördern, stellten die Preisträger mit ihren Beiträgen beim Fest-akt ausdrucksstark unter Beweis. Sie wurden jeweils mit einem Förderpreis in Höhe von 15.000 Euro ausgezeichnet. Das Preisgeld soll nach der Ausschreibung für außergewöhnliche musikalische Projekte in Schwaben eingesetzt werden. Die Umsetzung der Projekte bzw. Konzerte wird in den nächsten Monaten geschehen und soll bis Frühjahr 2020 abgeschlossen sein. Ende April endet dann auch die Frist für die Bewerbungen für den Musikpreis 2020.

Die Durchführung und Organisation des Preises wurde an die Bayerischer Musikrat Projekt GmbH übertragen. „Wir halten diesen Musikförderpreis für ein innovatives Format um die vorhandene musikalische Exzellenz Schwabens nicht nur sicht- und hörbar zu machen, sondern auch außergewöhnliche Projekte zu ermöglichen.“, so Jürgen Schwarz, Geschäftsführer des Bayerischen Musikrats beim Festakt.

Karl Zepnik stellte die Preisträger vor:

Nathalie Schmalhofer, Jg. 1977, Violinistin
Johannes Kammler, Jg. 1988, Bariton
ensemble cantissimo, Ltg. Markus Utz, Vokalensemble

„Nathalie Schmalhofer ist ohne Zweifel eine Ausnahmegeigerin. Ihr musikalischer Ausdruck, ihre Virtuosität begeisterte uns als Jury von Anfang an. Was die junge Frau aber darüber hinaus auszeichnet, ist ihr Engagement und ihre Leidenschaft für die Heranführung ganz junger Menschen an die Klassik. Wir freuen uns so sehr auf ihre kreativen Projekte, die sie mit dem Preisgeld umsetzen wird!“

„Johannes Kammler darf sich zu den vielversprechensten deutschen Baritonen seiner Generation zählen. Längst schon wurden auch internationale Veranstalter und Konzerthäuser auf ihn aufmerksam. Er ist für uns ein tolles Beispiel, wie aus einem kindlichen Talent bei den Augsburger Domsingknaben eine große Karriere werden kann.“

„Das ensemble cantissimo vereint junge Sängerinnen und Sänger aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Unter der Leitung von Markus Utz zählt es inzwischen zu den gefragtesten Vokalensembles europaweit und bereichert mit seinen außergewöhnlichen Programmen das Chorwesen.“

Informationen unter www.bayerischer-musikrat.de.

Allgemeine Zusammenfassung:

Bezirkstagspräsident Martin Sailer hat im Januar 2019 den Musikförderpreis des Bezirks Schwaben vorgestellt. Für diesen Förderpreis stellt der Bezirk Schwaben ein Preisgeld in einer Gesamthöhe von bis zu 50.000 Euro zur Verfügung. Der Preis wird laut den Statuten vorerst für 3 Jahre, ab 2019, ausgeschrieben.

Die Bayerischer Musikrat gemeinnützige Projekt GmbH, mit dem zuständigen Projektbetreuer Manuel Mayerle, ist mit der Organisation und Durchführung des Förderpreises beauftragt.

Mit dem Musikförderpreis soll die öffentliche Präsentation der hohen musikalischen Qualität von im Bezirk Schwaben ansässigen Künstlern gefördert werden. Der Musikförderpreis kann an bis zu drei Nachwuchskünstler - in Ausnahmefällen auch an renommierte Persönlichkeiten des Bayerisch-Schwäbischen Musiklebens für das Lebenswerk - vergeben werden.

Bis zum 30. Mai 2019 bestand für Dirigenten, Komponisten, Solisten, Orchester und Ensembles aller musikalischer Kategorien, die herausragende musikalische Leistungen erbracht haben, ihren Wirkungsschwerpunkt seit mindestens zwei Jahren im Bezirk Schwaben haben oder deren Wurzeln im Bezirk Schwaben liegen und die von nationaler/internationaler Bedeutung sind, die Möglichkeit, die Antragsunterlagen im Projektbüro einzureichen.

Insgesamt sind 36 Anträge inkl. Anlagen (Audio, Video, usw.) im Projektbüro eingegangen.

Jury:

  • Karl Zepnik (Juryvorsitz) - künstlerischer Leiter der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf
  • Petra Beer - Bezirk Schwaben
  • Herbert Pressl - Bezirk Schwaben
  • Thomas Frank - Leiter der Berufsfachschule für Musik Krumbach
  • Eckhard Fischer - künstlerischer Leiter des Oberstdorfer Musiksommers

Die Jury hat einstimmig beschlossen, jeden der drei Preisträger mit jeweils 15.000,- Euro auszuzeichnen.

Statement des Juryvorsitzenden Karl Zepnik:

Die Jury stand vor der Herausforderung, unter den zahlreichen Bewerbungen einen bzw. mehrere würdige Preisträger auszuwählen. Das Bewerberfeld umfasste sehr viele verschiedene Musikgattungen. Ebenso war eine breite Qualitäts- und Altersbandbreite der bewerbenden Solisten, Ensembles, Orchester und Komponisten zu verzeichnen. Letztlich hat sich die Jury einstimmig für die Auszeichnung von drei Preisträgern entschieden, die vor allem durch ein sehr hohes künstlerisches Niveau überzeugten.

Nächste Schritte:

Ziel ist es, dass die Konzerte/Projekte der Preisträger nach Möglichkeit vor dem Ende der nächsten Bewerbungsfrist (also bis spätestens 30. April 2020) stattfinden. Die Konzert-/Projektbeschreibungen werden noch detailliert veröffentlicht.

Preisträgerin: Nathalie Schmalhofer

Nathalie Schmalhofer wurde 1997 in Augsburg geboren. Die Violinistin wuchs bereits mit klassischer Musik auf, da ihre Eltern beide Musiker sind.

Nathalie Schmalhofer ist auch als Konzertorganisatorin und Kammermusikerin tätig. Ihr spezielles Anliegen ist es, junge Menschen an klassische Musik heranzuführen.

Auszüge aus ihrer Vita:

Im Jahre 2007 erhielt sie den Kulturpreis ihrer Heimatstadt Bobingen. Nathalie war 2009 das jüngste Jugend-Jury-Mitglied des internationalen „Leopold-Mozart-Wettbewerbs“.

Im Alter von 16 Jahren nahm sie die Stiftung „live-music-now“ auf. Bei der Kunstpreisverlei-hung des Landkreises Augsburg wurde sie 2014 mit einer besonderen Ehrung ausgezeichnet. 2013 & 2014 erhielt Nathalie ein Stipendium des Eastern Music Festivals in North Carolina (USA). Dort gewann sie den Wettbewerb ,Concerto Competition‘ und trat als Solistin mit dem Festivalorchester unter der Leitung von GMD José-Luis Novo auf.

Mit dem Rumänischen Staatsorchester der Philharmonie Bacau (Johannes Skudlik), der Winston-Salem Symphony (North Carolina, USA) dem ,Schwäbischen Jugendsinfonieorchester‘ (Allan Bergius), dem Augsburger Ärzteorchester und dem Kammerorchester des musischen Gymnasiums Maria Stern sowie dem Kammerorchester Bobingen, ist Nathalie ebenfalls solistisch aufgetreten.

Für ihre ausgezeichneten schulischen Leistungen erhielt sie 2015 ein Vollstipendum für das internationale Aspen Music Festival (Colorado). Als „Winner of the American Protégé International Competition“ durfte sie 2015 ihr Preisträgerkonzert in der Weill Hall der Carnegie Hall in New York spielen.

Nathalie studierte in den USA bei Prof. Ida Bieler und setzt ihr Studium seit Oktober 2016 an der Robert-Schumann Hochschule in Düsseldorf fort. Zuvor wurde die damals 14-Jährige bereits während ihrer Schulzeit am Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen als Jungstudentin in die Klasse von Prof. Linus Roth ans Leopold-Mozart-Zentrum Augsburg aufgenommen. Parallel dazu ergänzten Meisterkurse bei Prof. Ingolf Turban, Jessica Guideri und Augustin Hadelich (USA) ihre musikalische Ausbildung. Besonders prägte sie die Einstudierung als Solistin bei Beethovens Triplekonzert mit dem Stardirigenten Kent Nagano in Paris.

Preisträger: Johannes Kammler

Johannes Kammler darf sich zu den vielversprechendsten deutschen Baritonen seiner Generation zählen, ist bei renommierten Adressen international gefragt und wird bereits jetzt gleichermaßen für Oper, Lied und Konzerte verpflichtet.

1988 in Augsburg geboren, erhielt der Künstler dort seine erste musikalische Ausbildung bei den Augsburger Domsingknaben. Nach dem Abitur leistete Johannes Kammler bei den Augsburger Domsingknaben ein „Freiwilliges Soziales Jahr“ (FSJ) ab. Er studierte Gesang u. a. in Freiburg im Breisgau, Toronto und an der Guildhall in London. Kammler wird nach Abschluss seiner Studien seit 2016 von seiner Agentur betreut.

Seit 2019 ist er Botschafter für die „Arche Intensivkinder“, eine auf Spenden angewiesene Einrichtung für intensivpflegebedürftige, dauerbeatmete Kinder.

Auszüge aus seiner Vita:

Im August 2015 debütierte Johannes Kammler erstmals beim Verbier-Festival als Marcelloin Puccinis LA BOHEME. Im Sommer 2016 folgte sein erstes Engagement an der Den Norske Opera in Oslo für eine szenische Produktion (Calixto Bieito) von Brittens WAR-REQUIEM. In den Spielzeiten 15/16 & 16/17 war Johannes Kammler Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper und wurde im Anschluss ins Ensemble von München übernommen. Mit Rollen wie Ruggiero in Halévys LA JUIVE, John Sorel in Menottis THE CONSUL, oder Scherasmin in Webers OBERON erhielt der charismatische Bariton ausnahmslos hervorragende Kritiken. Johannes Kammler sang u.a. unter Kirill Petrenko, Bertrand de Billy, Oksana Lyniv, Andrea Battistoni, Asher Fisch, Marco Armiliato, Constantin Trinks, Ivor Bolton oder Simone Young.

Im Sommer 2017 folgte sein Rollendebüt als Belcore in Donizettis L`ELISIR D`AMORE beim New Generation Festival in Florenz. Im Oktober 2017 wurde er mit dem 2. Platz beim renommierten Gesangswettbewerb NEUE STIMMEN ausgezeichnet.
Im August 2018 hat Johannes Kammler mit der Oper DER PROZESS von Gottfried von Einem (Dirigat HK Gruber) äußerst erfolg-reich bei den Salzburger Festspielen debütiert. Im September 2018 war er z.B. von Rolando Villazón und ZDF/ARTE zur Fernsehshow „STARS VON MORGEN“ in Berlin eingeladen.

Seit der Spielzeit 2018/2019 ist der Künstler Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart und ist dort u.a. als Malatesta / DON PASQUALE, Guglielmo / COSI FAN TUTTE oder Marcello / LA BOHEME zu erleben. Im Februar 2019 folgt sein Hausdebüt als Guglielmo in einer Neuproduktion von Mozarts COSI an der Canadian Opera Company in Toronto. Zuvor wird Johannes Kammler dort im Rahmen der BRAVISSIMO Konzerte in der Roy Thomson Hall eine Sylvester-Gala mit verschiedenen Opernarien singen.

Darüber hinaus stehen für den Künstler in Europa zahlreiche Konzertverpflichtungen an: z.B. MESSIAH, ELIAS, Donizettis REQUIEM, DIE JAHRESZEITEN, MATTHÄUSPASSION, Brahms REQUIEM mit dem SWR. Johannes Kammler beeindruckt gleichermaßen als Konzertsolist, z.B. mit Haydns SCHÖPFUNG unter Gustavo Dudamel in der Disney Concert Hall mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, sowie auch unter Thomas Hengelbrock mit dem NDR Elbphilharmonieorchester im Rahmen der Eröffnung der neuen Elbphilharmonie in Hamburg. Zuvor sang er bereits mit den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra oder dem Orquesta Sinfónica Simón Bolívar de Venezuela unter Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Gustavo Dudamel, Sir Mark Elder und Marin Alsop führten ihn bisher z.B. nach London, Berlin, Hamburg, Baden-Baden, Porto, Moskau, Caracas und Los Angeles.

Auch als Liedsänger ist Johannes Kammler sehr aktiv und erfolgreich. Zum Beispiel wurde er im Oktober 2016 bereits vom renommierten Oxford Lieder Festival für einen Liederabend zusammen mit Roger Vignoles eingeladen, mit dem er seither europaweit und wiederholt für gemeinsame Liederabende engagiert wird; z.B. auch an der Wigmore Hall, De Doelen, Schloss Elmau, Beethoven Fest Bonn, usw.

Preisträger: ensemble cantissimo (Ltg.: Markus Utz)

Das ensemble cantissimo, bestehend aus jungen Sängerinnen und Sängern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich gehört - unter der Leitung des Züricher Chorleitungsprofessors Markus Utz - inzwischen zu den gefragten Vokalensembles in Europa.

Die jährlichen Konzertprojekte mit außergewöhnlichen Chormusik-Programmen treffen beim Publikum und der Fachpresse auf große Resonanz und leisten einen Beitrag zur Bereicherung des professionellen Chorwesens in Süddeutschlands und der Schweiz.

Die Wurzeln des Ensembles, das in diesem Jahr mit dem Konzertprojekt „Liebe - Songs of Love“ sein 25-jähriges Bestehen feiert, liegen in Kempten/Schwaben:

• Heiligkreuzer Konzerte 1994-2007
• Kursleitungen in der Schwabenakademie Irsee und der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf usw.

Ebenso ist Prof. Markus Utz persönlich seit vielen Jahrzehnten mit dem Kulturleben Schwabens eng verbunden.

Der Name „cantissimo“ ist Programm: Konzentration auf den a-capella-Gesang, die Königsdisziplin der Chormusik. Ein besonderer Schwerpunkt im Repertoire liegt in der Entdeckung vergessener Komponisten.

Des weiteren ist das internationale Schaffen des Chores in den letzten Jahren (u.a. Österreich, Schweiz, Italien, Israel, USA) sowie die intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Rundfunkanstalten zu nennen.

Bayerischer Musikrat Projekt GmbH - Musikförderpreis des Bezirks Schwaben Projektbetreuer: Manuel Mayerle, Kurfürstenstr. 19, 87616 Marktoberdorf Tel. 0 83 42/96 18-76, manuel.mayerle@bayerischer-musikrat.de.

Eindrücke von der Preisverleihung

Kategorien: Kultur und Heimatpflege