Rumänische Fachleute informieren sich über Inklusion für Menschen mit psychischen Erkrankungen

21. Juni 2019 : „Selbst sehen, um zu lernen“: Unter diesem Motto war nun eine Gruppe von fünf Fachkräften aus der rumänischen Partnerregion des Bezirk Schwaben zu Gast im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren.

„Der Austausch von Fachkräften im sozialen und medizinischen Bereich und die gegenseitige Wissensvermittlung ist ein wesentliches Element unserer Regionalpartnerschaft zur Bukowina“, so Bezirkstagspräsident Martin Sailer.
Von Kaufbeuren aus erkundeten die rumänischen Gäste verschiedene Therapie-, Betreuungs- und Lebensformen für Menschen mit psychischen Erkrankungen beziehungsweise Behinderung in Schwaben. Die Fachkräfte, darunter Neurologen, Ärzte und Sozialarbeiter, kamen von den psychiatrischen Kliniken in Siret und Campulung im Gebiet Suceava.
Die engen und etablierten Verbindungen der Kliniken zur Inklusionsfirma „Irseer Kreis“ und verschiedenen ambulanten Einrichtungen haben im Gebiet Suceava bereits Veränderungen bewirkt, wie die Fachleute berichteten. Dennoch seien die Hürden für ein inklusives Leben für die meisten Betroffenen noch hoch. Vor allem der Bereich der ambulanten Versorgung und der möglichen Beschäftigung nach dem Vorbild der Werkstätten oder Inklusionsfirmen bleibe ein großes Thema.

Im Gespräch mit Bezirksrat Dr. Philipp Prestel, der Europabeauftragter des Bezirkstags ist, wurde auch auf den Bereich der Aus- und Weiterbildung eingegangen. Prestel, Lehrstuhlinhaber an der Fakultät Soziales und Gesundheit an der Hochschule in Kempten, führte zusammen mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Fakultät, Gesa Zötler, in die Arbeits- und Forschungsbereiche der Fakultät ein. Über weitere Möglichkeiten der beruflichen Aus- und Weiterbildung wurden die Gäste unter anderem in den Ulrichswerkstätten der Caritas Augsburg sowie auch auf dem Wertstoffhof in Kempten, der von der psychosozialen Hilfsgemeinschaft HOI! e.V. betrieben wird, informiert. Im HOI! e.V. wurden die Bedürfnisse von Menschen mit psychischer Erkrankung, Behinderung oder Suchterkrankung früh erkannt und entsprechende Strukturen geschaffen, die die nötige Stabilität in das Leben der Betroffenen zurückbringen und somit den Rehabilitationsprozess fördern. Die Geschäftsführerin, Petra Ruf, selbst bereits die Klinik in Campulung besucht hatte, konnte gezielt auf die Fragen und Anliegen der Gäste eingehen.

Über weiterführende Fragen zu den Strukturen und Prozessen, die hinter den konkreten Hilfsangeboten vor Ort stehen, gab Bezirksrat und Inklusionsbeauftragter Volkmar Thumser gegen Ende des Besuchs in Schwaben Auskunft. Er berichtete über die Arbeit des Sozialauschusses und aktuelle Entwicklungen in der Sozialpolitik. Besonders eindrucksvoll war die Ankündigung, dass das Bezirksgremium an einer neuen Fassung des Aktionsplans Inklusion mit Betroffenen und Betroffenenverbänden im Austausch ist. Dieser Ansatz gefiel den rumänischen Gästen und sie warten bereits ungeduldig auf die erste rumänische Übersetzung des nächsten Aktionsplans, um es mit den Abgeordneten bei ihnen ebenfalls zu diskutieren.

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