Schlaganfall-Versorgung: Klinik Mindelheim in Neurovaskuläres Versorgungsnetzwerk (NEVAS) integriert – enge regionale Zusammenarbeit mit der Neurologie Günzburg

27. Juli 2022 : Um die Schlaganfallversorgung der Menschen im Unterallgäu insbesondere regional weiter zu verbessern, werden die Klinik Mindelheim und die Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg künftig enger zusammenarbeiten.

Per Kooperationsvertrag wurde vereinbart, dass über telemedizinische Vernetzung neurovaskuläre Schwerpunktbehandlungen regionsnah zugänglich gemacht werden. Somit soll sichergestellt werden, dass der Bevölkerung im Einzugsgebiet der Klinik Mindelheim eine raschere interventionelle Schlaganfallversorgung auf regionaler Ebene angeboten werden kann. Sie soll dem Grundsatz „Time is Brain“ (Zeit ist Hirn) gerecht werden.

Wie der Ärztliche Direktor der Neurologie in Günzburg, Prof. Dr. Gerhard F. Hamann, berichtet, haben die beiden Kliniken bereits am 1. März 2022 mit der Kooperation bei der Versorgung von Schlaganfällen begonnen. „Die Zusammenarbeit klappt gut. Es hat bereits einige Verlegungen gegeben“, so Prof. Dr. Hamann. Fachbehandlungen in Günzburg können insbesondere bei größeren Gefäßverschlüssen mit Hilfe von CT- oder MRT-Bildern, die aus Mindelheim per Datenleitung übermittelt werden, angeboten werden. Patienten werden nach telemedizinischer Besprechung entweder medikamentös in Mindelheim und/oder interventionell in Günzburg versorgt. Für die Interventionsversorgung sind die Wege durch qualifizierte Transporte sowohl mit einem Rettungshubschrauber als auch per Rettungswagen auf dem Landweg möglich.

Die Klinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation in Günzburg, die zum dortigen BKH gehört, hat in der Behandlung von Schlaganfällen große Erfahrung. Sie ist ein von drei Zentrumskliniken des Neurovaskulären Versorgungsnetzwerkes Südwest-Bayern (NEVAS) zusammen mit der LMU Klinik München-Großhadern und dem Klinikum Ingolstadt.
Über eine große Expertise verfügt die Klinik von Prof. Hamann bei der mechanischen Thrombektomie. Darunter versteht man die Entfernung eines Blutgerinnsels (Thrombus) aus einem Blutgefäß mithilfe eines Katheters. Diese Therapie hat neben der medikamentösen Auflösung der Blutgerinnung, der sogenannten Lysetherapie, vielen schwer betroffenen Schlaganfallpatienten schon das Leben oder mehr noch, die Lebensqualität gerettet. „Mithilfe der Bilder wird gemeinsam mit den Mindelheimer Kollegen entschieden, wer von welcher Therapieform am besten profitiert“, informiert Hamann.
Das Modell, sich über internetbasierte Daten- und Telekommunikation auszutauschen, um akute Schlaganfallpatienten bestmöglich versorgen zu können, ist für beide Kliniken nicht neu. Seit vielen Jahren ist das neurovaskuläre Zentrum Günzburg als Schlaganfallzentrum für Mittelschwaben mit den Kliniken in Donauwörth, Nördlingen, Memmingen, Kaufbeuren, Füssen und den zum Klinikverbund Allgäu gehörenden Kliniken in Kempten und Immenstadt zur teleneurologischen Versorgung vernetzt. Nun ist die Klinik Mindelheim, die bisher mit Augsburg vernetzt war, aber inzwischen zum Klinikverbund Allgäu gehört, hinzugekommen.

Prof. Hamann lobt die telemedizinisch erfahrene Klinik Mindelheim. Sie sei sehr gut geführt und sowohl personell als auch bei ihrer medizintechnischen Ausstattung sehr gut aufgestellt. „Damit ist eine Diagnostik möglich, die modern und patientenorientiert ist“, sagt der Chefarzt.

Den Kooperationsvertrag haben der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben, Stefan Brunhuber und Prof. Gerhard F. Hamann (Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am BKH Günzburg) sowie der Geschäftsführer der Klinik Mindelheim, Florian Glück und PD Dr. Peter Steinbigler (Ärztlicher Direktor) unterschrieben. Danach wird das Mindelheimer Klinikum fortgesetzt apparative und technische Voraussetzungen für eine telekonsiliarische und teleradiologische Anbindung bereitstellen. Schlaganfallpatienten werden weiterhin auf der schon bisher als Schlaganfalleinheit ausgewiesenen Station mit einer ausreichenden Zahl an „Monitoring-Betten“ konzentriert werden. Neu ist, dass durch die telemedizinischen Möglichkeiten nunmehr auch gesichert ist, dass Patienten mit Schlaganfällen durch zerebrale Gefäßnotfälle innerhalb kürzester Zeit zur interventionellen Gefäßwiederherstellung ins Neurovaskuläre Zentrum nach Günzburg kommen können und somit eine rasche Intervention gewährleistet werden kann. Das speziell ausgebildete „Stroke Team“ in Mindelheim bestehend aus Pflegekräften und Ärzten, der Physio- und Ergotherapie sowie der Logopädie wird sich fortgesetzt mehrmals pro Jahr zu Fortbildungsveranstaltungen und Kursen mit dem Team aus Günzburg und den Neurologen und Neurochirurgen der eingebundenen Maximalversorger aus dem NEVAS-Netzwerk treffen. Projektleiterin in Mindelheim ist Oberärztin Dr. Rosa Figl.

Unterm Strich geht es darum, regionale Netzwerke so zu gestalten, dass Schlaganfallpatienten möglich rasch effizient geholfen werden kann. Die Ärztlichen Direktoren beider Kliniken, Hamann und Steinbigler, sind sich einig: „Schlaganfälle sind Notfälle. Hier gilt der Grundsatz: Zeit ist Hirn – je schneller jemand behandelt wird, desto weniger Gehirnzellen werden geschädigt oder sterben ab. Das ist bedeutsam für die Lebensqualität des Betroffenen.“

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